Ich probiere mal wieder etwas aus in diesem Blog. Eine neue Kategorie, »Monatsbilder« genannt. Jaja, gibts schon tausend Mal, ich weiß. Aber diese Beiträge konzentrieren sich ausschließlich auf den Monat, das Entstehungsjahr ist mir dabei egal. So stammt das erste Bild der neuen Kategorie aus dem August 2009. Und eine aktuelle Geschichte gibt es auch dazu.

Im August 2009 war ich auf »Heimaturlaub«. Denn ich bin südlich von Dresden geboren, genauer gesagt in Dohna. Das liegt direkt neben Heidenau. Ja genau, dieses Heidenau welches grad in aller Munde ist. Mein Urlaubsort war Bad Schandau was, genau wie Heidenau, im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge liegt. Ich kenne die Gegend und die Menschen dort recht gut, was aber eine andere Geschichte ist, die ich vielleicht ein andermal erzählen will.
Mein Urlaub fand in jenem August mitten im sächsischen Kommunalwahlkampf statt. Bad Schandau war wie der ganze Kreis zugepflastert mit Wahlplakaten, aufällig viele davon verbreiteten nach meiner Ansicht verfassungsfeindliche Parolen. Es war kein guter Anblick und ich war im ersten Moment froh, diese Gegend vor vielen Jahren hnter mir gelassen zu haben.
Denn Ausländerhass, oder auch Angst vor dem Fremden, habe ich dort schon in meiner Kindheit kennengelernt. Anfangs waren es »Die Polen« und »Die Tschechen« die »klauen wie die Raben und kaufen uns den Rest weg«. Später, in den 80ern, waren Algerier und Marokkaner die Zielscheibe. Die bauten in der Nähe ein modernes Stahlwerk und die jungen Frauen fanden die jungen Männer interessant, weil anders. Und ihre sozialistischen Väter waren not amused.
Seit den 90ern sind Asylbewerber das Haupt-Feindbild, Polen und Tschechen findet man aber auch immer noch böse.

In jenem August 2009, als ich diese unsäglichen Parolen auf Wahlplakaten lesen musste (ich meine alle Parteien, die von NPD und REP stachen nur besonders hervor), da haben sich wirklich besorgte Bürger Bad Schandaus aufgemacht und an allen Ortseingängen folgendes Plakat aufgehängt:

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Das ist mein Bild des Monats. Weil ich hoffe, das diese demokratischen Bürger von damals auch heute noch ihren Mann/ihre Frau gegen diesen braunen Sumpf stehen. Ich selber tue das in meiner neuen Heimat und sende hiermit einen Gruß in die alte.

Machts gut, bis zum nächsten »Bild es Monats«

p.s. Wer meine Geschichte vom Augenzeugen noch nicht gelesen hat, kann das gern hier tun. ;-)