Ursprünglich wollte ich diesen Jahresrückblick in einem Beitrag durch schreiben. Aber wenn schon die ersten zwei Teile jeweils über 1000 Wörter haben, scheint es ein ereignisreiches Jahr gewesen zu sein. Nun denn, so gibt es eben Teil 3 dieses Berichtes über mein Jahr 2016. Wer mag kann vorher natürlich erst Teil 1 und Teil 2 lesen. Los geht es mit

Leipzig im August

Diesmal kein Kurzurlaub, sondern eine Geschäftsreise für eine ganze Woche. Zwei Jahre zuvor war ich schon einmal in Leipzig, seitdem hat sich nicht viel verändert in der Stadt. Sie ist immer noch bunt, jung und lebendig und lässt sich auch von ein paar (nur um sich selbst) besorgten Bürgern nicht aus der Ruhe bringen. Die Immobilienhaie sind noch immer hoffnungsfroh unterwegs und die eingessesenen Leipziger haben noch immer ihre Alltagssorgen.
In dieser Woche traf ich einen lieben alten Freund aus Leipzig, wir hockten in seiner Lieblingskneipe, sprachen viel über fotografische Techniken (er ist Fotografenmeister) und waren uns ansonsten einig, das sich Leipzig (wie das ganze Land) natürlich verändert. Wann und wie das sichtbar wird, ist eine der Fragen für das nächste Jahr.
Was ich noch erwähnen will; „mein“ Leipziger Hotel ist in dieser Woche meine Referenz-Unterkunft geworden, an der ich alle anderen deutschen Hotels messe. Bisher hat es noch kein Hotel geschafft, in meinem persönlichen Ranking besser zu sein.

Womit ich zum

September 2016 – Bremen, Giessen, Baltrum

komme. Und der wurde ereignisreich. Der Monat begann schon am letzten Augustwochenende, als mich eine tolle Kollegin einlud, mit ihr ihren 60. Geburtstag und 5. Hochzeitstag in Bremen zu feiern. Auch in Bremen war ich schon und habe darüber hier geschrieben. Was ich jedoch nicht kannte, war der Bremer Norden. Genauer gesagt Bremen-Grambke mit dem schönen kleinen Grambker See. Familie, Freunde und Kollegen waren gekommen, es wurde ein wunderbares Fest bis tief in die Nacht. Und Zeit für einen kleinen Fotoausflug blieb mir auch.

Nur wenige Tage später fuhr ich nach Giessen. Anlass war ein Kongress, auf dem sich alles um das Thema Building Information Modeling (BIM) drehte. Kurz gesagt ist das die Lebenszyklusplanung eines Bauwerkes von der ersten Idee bis zum Abbruch auf der Basis von parametrisierten 3D-Modellen. Spannend an dieser Methode finde ich vor allem die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit aller Beteiligten. Wenn man es ernst nimmt hat dieses Modell das Potential die gesamte deutsche Bauwirtschaft einmal auf Links zu drehen. Ein Thema das mich in den nächsten Jahren noch beschäftigen wird.
Darüber hinaus ist Giessen eine kleine ruhige Hochschulstadt mit ein paar interessanten Ecken und einem sehr angenehmen Hochhaus-Dach-Café.

Direkt nach dem Kongress stand endlich mein lang ersehnter Jahresurlaub an. Zum dritten Mal in diesem Jahr fuhr ich also nach Baltrum, diesmal für ganze 10 Tage. Und weil die Insel die Entdeckung des Jahres für mich war, wird sie einen eigenen Artikel bekommen. Hier nur soviel vorab; ich habe meinen Sehnsuchtsort gefunden. Den Ort, wo ich mich fallen lassen, herunterkommen und entspannen kann. Die Spaziergänge, ob am Strand oder im Naturschutzgebiet, das Hotel, die netten kleinen Kneipen und vor allem die Insulaner bieten mir all das, was ich als Rückzugsort brauche. Wenn gar nichts mehr geht, fahre ich nach Baltrum. Und bevor ich euch noch mehr auf die Folter spanne, hier ein paar Bilder, bewußt unkommentiert:

Nach dem Urlaub war vorerst Schluß mit dem Reisen. Im Oktober und November habe ich viel in Köln gearbeitet und war wenig unterwegs. Es passierte also nichts Berichtenswertes. Außer vielleicht, das ich mir Ende November ein neues Fachgebiet erschlossen habe. Trainer der ich bin, setzte ich mich drei Tage lang als Teilnehmer in eine Schulung und tauchte ein in die Welt des agilen Projektmanagements mit Scrum und Kanban. Seitdem (und einem Online-Test) darf ich mich Team Kanban Practioner und Certified Scrum Master nennen. Nun ja, die Titel. Wichtig daran ist nur, das ich ab dem nächsten Jahr mit diesen Methoden arbeiten kann. Und mich sehr darauf freue. Bleibt noch der

Dezember – Bad Bergzabern

Ach was war es schön! Gleich am ersten Dezemberwochenende gab es ein weiteres (ungeplantes) Highlight des Jahres. Der Peter, auf Twitter auch bekannt als @Peter_schreibt lud zu einer Vernissage seiner Frau mit Lesung seiner Texte ein. Ich fuhr hin und fand einen neuen Freund sowie ein bezauberndes kleines pfälzisches Städtchen. Wir sprachen und lachten und rauchten miteinander und auf zwei langen Spaziergängen durch Bad Bergzabern und Umgebung fand ich Ruhe und Gelegenheit zum Fotografieren. Es war grandios und sicher nicht das letzte Mal, das ich Peter und die anderen besuche.

Fazit

Dieses für viele (auch für mich in politischen wie sozialen Entwicklungen) katastrophale Jahr 2016 ist fast vorbei. Ich habe es in mancher Hinsicht dennoch genießen können. Meine Arbeit erfüllt mich, die Erlebnisse und Begegnungen des Jahres waren prägend und zukunftsweisend. Ich blicke auf ein gutes Jahr zurück und hoffe, es geht ähnlich weiter.
Zum Schluß noch mein Lieblingsbild des Jahres. Aufgenommen in tiefer Nacht ist es unscharf und verwackelt und zeigt doch die Bewegung, die ich uns allen fürs Leben wünsche.

Tanze, Gerda, tanze. Tanz die ganze Nacht.

In diesem Sinne auf einen fröhlichen und stimmungsvollen Jahresabschluß.
Ralf