Als ich am 2. Januar nach Köln zurückkam sah ich als eines der ersten Dinge einen ausgebrannten Müllcontainer. Irgendwer hatte in einer engen Straße Spaß daran gehabt, mindestens einen großen Böller in dieses Plastikteil zu werfen und zuzuschauen, wie der Inhalt Feuer fängt.
Weil ich mit solchem Zeug nichts anfangen kann bin ich über Silvester abgehauen aus der großen Stadt. Dieser ganze Party-Hype inkl.des Sicherheitsgedöns geht mir tierisch auf die Nerven. Deshalb hab ich einen ruhigen Ort gesucht, an dem ich feiern konnte, ohne das mich durchgeknallte Typen belästigen. Der Ort heißt Ehlscheid und liegt im nördlichen Westerwald. Von Köln aus sind es rund 90 Minuten mit der Regionalbahn bis Neuwied und dann noch eine halbe Stunde bis auf die Höhen des Waldes. Schon die Anfahrt war toll. Im tiefsten Nebel in Neuwied gestartet fuhr der Bus immer höher, bis er schließlich über den Wolke ankam. Allein der Blick ins Tal in diesem Moment war die Tour schon wert. Aber das Schönste folgte noch.

Nach einem ersten Abend mit gutem Essen im Hotel und dem Kennenlernen anderer Gäste, begann der Silvestertag mit reichlich Nebel. Vielleicht befanden wir uns auch einfach in tiefhängenden Wolken, auf jeden Fall lud das Wetter nicht gerade zum Rausgehen ein.
Aber auch solches Wetter bietet reizvolle Fotomotive, wie ich finde.

Nebelbäume

Gegen Mittag machte ich mich auf den Weg. Ich hatte nur einen vagen Gedanken an Wege in den Wanderkarten im Kopf und startete daher eher ziellos. Schließlich fand ich einen interessant aussehen Weg, der mich in das Tal eines kleinen Baches führte. Zunächst war es noch trüb, dafür bot der Wald interessante Winterfarben, wenn man sie denn sehen wollte. Und ganz langsam wurde die Wolkendecke dünner und erste Schatten bildeten sich in der Landschaft.

Winterfarben

Rauhreif

Im Tal

Im Tal

An diesem Nachmittag erlebte ich eine Landschaft, wie ich sie lang nicht mehr gesehen hatte. Die Temperatur lag bei knapp unter Null Grad, die Bäume waren dick mit Rauhreif belegt und als dann die Sonne endgültig rauskam boten sich Bilder, die kaum zu beschreiben sind. Vom Fotografieren ganz zu schweigen. Denn obwohl ich in den nächsten Stunden sehr häufig den Auslöser gedrückt habe, saugte ich gleichzeitig diese Stimmung in mich ein und werde sie nicht so schnell wieder vergessen. Die Fotos dieses Nachmittags können nur einen unklaren Eindruck davon geben, wie ich mich auf dieser Tour gefühlt habe. Ja, ich war sehr glücklich an diesem Nachmittag und der Welt entrückt ob dieser Schönheit. Alles was mich sonst beschäftigt war mir zu diesem Zeitpunkt egal und ich verschwendete keinen Gedanken an ein Morgen. Nicht mal die Frage, ob die gemachten Fotos gut werden würden, hat mich interessiert. Solche Momente sind wirklich selten, gerade für einen Kopfmenschen wie mich.

Die Silvesterfeier am Abend war nett und ruhig. Das obligatorische Feuerwerk hielt sich in Grenzen, manche hatten Raketen dabei, niemand zündete Böller. Das war angenehm. Der Start ins neue Jahr verlief somit fast genau so, wie ich ihn mir gewünscht hatte.

Ale Bilder dieses Wochenendes findet ihr hier.