Seit 10 Jahren gibt es Barcamps in Deutschland. Nun also Dangast. Im Norden, am Jadebusen gelegen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln eher schwierig zu erreichen. Und dennoch das älteste Nordseebad Deutschlands. Andere Barcamps finden in München, Stuttgart oder Essen statt, haben bis zu 250 Besucher und sind längst etabliert. Warum also Dangast?

Wie immer waren es auch diesmal positiv verrückte Menschen die etwas Neues anstoßen. Frank und Djure hatten sich an Weihnachten 2016 getroffen und als Frank fragte wie er sein enera-Projekt regional und überregional besser bekannt machen könnte, meinte Djure: »Mach ein Barcamp«. Der Anfang war getan, das Ergebnis konnte ich mit rund 60 anderen Teilgebern zusammen am letzten Wochenende erleben. Ja, es war ein Erlebnis. Und das ist für mich auch das Erstaunlichste daran.

Bisher war ich bei eher etablierten Barcamps unterwegs und habe die Offenheit der Leute und die gemeinschaftliche Stimmung für etwas gehalten, das sich mit der Zeit auf solchen Veranstaltungen entwickelt. Pustekuchen! Dangast fand zum ersten Mal statt, über die Hälfte der Anwesenden hatten keinerlei Barcamp-Erfahrungen, viele von ihnen waren nicht in den sozialen Medien vertreten. Und trotzdem sorgt das Format offensichtlich dafür, sich einzulassen auf die Themen anderer, selbst mit seinen Themen aufzutreten und den Gedanken des gemeinsamen Lernens zu leben. Für mich eine tolle Erkenntnis. Das Interesse an anderen Menschen, die offenen, animierenden Diskussionen in den Sessions sind für mich das Beste an Barcamps. Das dies auch bei einem »Versuchsballon« wie am letzten Wochenende direkt funktioniert, finde ich faszinierend.

Und wie immer bei Barcamps habe ich viel gelernt. Sowohl bei meinen eigenen Sessions (»Mobilität 2037« und »Agiles Lernen«) als auch bei den anderen Themen wie »Müll im Meer«, »Warum man Menschen nicht mit Fakten überzeugen kann« oder »Solar-Strandkorb«, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Überhaupt Energie. Es war eines der bestimmenden Themen des BC Dangast. Was normal ist, wenn man weiß das das enera-Projekt der EWE der Sponsor des Camps war (das Format jedoch zurückhaltend begleitete und nicht mißbrauchte). Vom Teslafahren über Stromhandel bis zu den politischen Hemmnissen der Energiewende war viel Lernstoff dabei. Gut so.

Mein Fazit; das 1. Barcamp Dangast war ein Erfolg dank engagierter Organisatoren, sich einbringender Teilnehmer und einer wunderbaren Location (nicht zu vergessen, die Klause!). Ich habe mir den 7./8. September 2018 jedenfalls schonmal vorgemerkt. Und vielleicht können wir dann tatsächlich die eine oder andere Session am Strand machen. Weils weniger regnet.

Alle Bilder von Dangast und dem Barcamp: