Linux und ich – Tag3 Arbeiten

Vielleicht liegt es ja daran, das heute Montag ist und niemand gern den Wochenanfang mit Projektetesten verbringt, es wollte nicht wirklich viel zusammenlaufen. Für einen Freiberufler ist es ja gut, wenn das Telefon öfter klingelt und die Mails nur so reinlaufen. Und wenn ich mein Linux-System heute schon fertig strukturiert gehabt hätte, wäre es feiner Test-Arbeitstag geworden. So wurde es eben ein Mehr-Arbeitstag. Nur gut das mein Mac das ständige Switchen zwischen virtueller Maschine und Mac-Oberfläche klaglos hinnimmt und mich einfach machen lässt.
Dennoch habe ich auch mein Linux-Tagespensum geschafft. Auf meiner ToDo-Liste standen eine mögliche Datenorganisation, die Anbindung von Drucker und Scanner (inkl. Software), das Arbeiten mit LibreOffice und Scribus (fürs Layout) und das Finden einer OpenXChange/CalDav-fähigen Kalenderlösung. Beginnen wir mit der

Datenorganisation
Wie gestern beschrieben, wäre für meine Arbeit auch ein kleines DMS vorstellbar. Bisher habe ich aber noch nichst dergleichen gefunden und organisiere meine Dokumente daher eigenhändig aber nach einem klaren Prinzip. Es geht entweder um Arbeit oder Privates, in der Arbeit hab ich verschiedene Kunden, bei denen ich Seminare halte, Rechnungen versende und sonstig korrespondiere. Das Ganze kann man in einer einfachen Ordnerstruktur abbilden:

Dokumenten-Struktur
Dokumenten-Struktur

Alle einkommenden und ausgehenden Dokumente finden darin ihren Platz.

Drucken und Scannen
Ich liebe dieses Szenario; mir werden Teinehmerlisten für Seminare als PDF zugeschickt, die dann im Schulungsraum per Hand unterschrieben werden sollen um anschließend von mir wieder als PDF an den Auftraggeber zurückgesendet zu werden. Heißt konkret, ich drucke die Liste aus, nehme sie mit ins Seminar, scanne sie anschließend wieder ein und versende sie als PDF. Na ja. Glücklicherweise wird meine relativ alte Scanner/Druckerkombi von Linux problemlos erkannt und dank Scan-to-PDF mit xsane brauche ich keinerlei Konvertierungen mehr vornehmen. Das läuft flüssig und behindert mich nicht weiter.

Scan-to-Pdf mit xsane
Scan-to-Pdf mit xsane

LibreOffice
Wie gestern schon geschrieben, bekomme ich die meisten Dokumente von Auftraggebern als Word/Excel/Powerpoint geliefert und passe diese für meine Seminare lediglich an. Auf dem Mac butze ich dafür schon längere Zeit OpenOffice, für Linux steht LibreOffice bereit. Das nutzt letztlich dieselbe Grundlage wie OpenOffice, scheint mir aber schneller zu sein, und in der Umsetzung komplxer MS-Office-Dokumente etwas genauer. Jedenfalls hatte ich heute weder mit großen Word-Dokumenten noch mit Excel-Tabellen oder Powerpoints irgendwelche Probleme bei Anzeige und Bearbeitung.
LibreOffice Writer
LibreOffice Writer

LibreOffice Calc
LibreOffice Calc

Soweit so gut. Folgt als nächster Punkt

Scribus
Manchmal benötige ich ein Layoutprogramm. Z.B. für mein Trainerprofil, das regelmäßiger Überarbeitung bedarf. Aber auch für meine Rechnungen habe ich eine entsprechende Vorlage. Diese Vorlagen sind bisher in Pages angelegt, was ein reines Apple-Programm ist. Damit muß ich mir diese Vorlagen auf der Linux-Maschine neu aufbauen. Mein Programm der Wahl heiß Scribus und ist in der Linux-Welt die wohl beliebteste Layout-Anwendung. Bilder und Texte liegen bereit, Scribus ist (für mich als gelernten Schriftsetzer) weitgehend selbsterklärend und so ist in relativ kurzer Zeit die Profilvorlage entstanden. Der Briefbogen für die Rechnungen hat dann etwas länger gedauert, das es bei Schrifthandling und Genauigkeit der Platzierung manchmal etwas hakelt. Trotzdem eine Software, die sich Pages messen kann.

Scribus mit Profilvorlage
Scribus mit Profilvorlage

Der letzte Punkt für heute war etwas heikler. Denn es ging um

OpenXChange/CalDav-Kalender
Ich arbeite nicht nur mit meinem MacBook, sondern auch mit einem Tablet und einem Smartphone. Und ich bin viel unterwegs, so daß ich nicht immer alles dabei habe. Was ich aber immer brauche ist eine Übersicht der Termine für die nächsten Tage, den nächsten Monat. Daher ist ein synchronisierbarer Kalender Pflicht. Auf dem Mac arbeite ich mit der mitgelieferten Kalender-Software (früher iCal) und einer OpenXChange-Anbindung per CalDav bei meinem Webhoster. Meine Suche nach einer ähnlichen Linux-Anwendung brachte genau ein Ergebnis. Evolution, sowas wie Outlook für Windows. Bisher hatte ich das für eine Groupware-Lösung gehalten und daher davon abgesehen. Für meine Mails hatte ich ja schon ein Programm gefunden. Aber Evolution scheint die einzige Linux-Anwendung zu sein, die OpenXChange und CalDav beherrscht. Also habe ich es installiert. Die Einrichtung des E-Mail-Kontos ging im ersten Anlauf schief, so daß ich das Konto löschen und neu anlegen musste (Evolution tat so als ob mein Passwort falsch wäre, was natürlich Blödsinn ist). Danach lief es erstaunlich schnell und flüssig. Und auch die Kalender konnte ich einrichten und abrufen. Allerdings extrem umständlich. Während ich auf dem Mac und dem Android-Tablet den ClaDav-Account einmal für das gesamte Programm einrichte und dieser anschließend alle Kalender abruft und synchronisiert, muß ich in Evolution für jeden Kalender einzeln sämtliche Server- und Zugangsdaten eingeben, damit das Ganze funktioniert. Bei sechs verschiedenen Kalendern nervt das ohne Ende. Das ist schlecht gelöst. Wenigstens muß ich das Procedere nur einmal durchgehen, dann klappts auch mit Evolution. Trotzdem wünsche ich mir hier dringend eine bessere Lösung.

CalDav-Kalender in Evolution
CalDav-Kalender in Evolution

Ein erster Arbeitstag mit Tücken also. Dazu kommt, das ich nicht dazu gekommen bin, die bereits installierte Steuer- und Buchhaltungssoftware zu testen. Da ich aber morgen sowieso nur 3-4 Stunden Zeit für dieses Projekt habe, ist das mein ToDo für den Dienstag. Ab übermorgen stehen dann RAW-Konvertierung und Bildbearbeitung auf dem Programm. Bis hierher war es mehr oder weniger einfach. Ab morgen kommen die wirklichen Knackpunkte. Ich freu mich drauf. Ihr auch?

Hier gehts weiter:
Linux und ich – Tag4 Buchhaltung

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