Linux und ich – Tag7 Fotos III

Einen guten RAW-Konvertierer und ein systemweites Farbmanagement zu haben, ist eine feine Sache. Doch auch für die manchmal notwendige Nachbearbeitung von Bildern braucht es gute Tools. Wenn ich mit Ebenen, Masken und Filtern arbeiten oder HDR-Bilder erzeugen will, benötige ich entsprechende Software. Das gilt ebenso für das Stitching von Panoramen. Womit meine Themen für heute in etwa umrissen wären. Los gehts.

Arbeiten mit Ebenen und Filtern
Wenn man Menschen nach einem Bildbearbeitungsprogramm für Linux fragt, kommt als erste Antwort immer Gimp. Deshalb soll das »GNU Image Manipulation Program« auch hier an erster Stelle stehen.
Zunächst habe ich ein kleines Problem mit der Oberfläche. Die gefühlten 25 verschiedenen Fenster gefallen mir nicht wirklich. Seit der Version 2.8 soll es aber, habe ich gelesen, einen Ein-Fenster-Modus geben. Die Suche danach hat mich einige Zeit gekostet, denn in den Einstellungen zu Gimp ist nichts derartiges zu finden. Schließlich fand ich ihn doch noch im Menü Fenster. Für die nachfolgende Übung habe ich ein Testbild geladen, das, wie man sieht ein wenig unscharf ist:

Leicht unscharf
Leicht unscharf

Dieses Bild will ich per Hochpass-Filter schärfen. Also die Ursprungsebene duplizieren, auf die neue Ebene den Filter anwenden und den Ebenenmodus auf Überlagern oder Weiche Kanten stellen. Wie sich heraustellt, gibt es in Gimp jedoch keinen Hochpass-Filter. Unschön. Mit etwas Recherche finden sich jedoch ähnliche Schärfungsmethoden für Gimp, u.a. dieses Tutorial. Danach habe ich gearbeitet.
Schärfen mit Gimp
Schärfen mit Gimp

Das Ergebnis finde ich ok.
wupper-21gimp
Auch für die Simulation des Hochpass-Filters finden sich Anleitungen, die ich dann aber verworfen habe. Denn ich möchte mit den Möglichkeiten des Programms arbeiten und nicht irgendetwas erzwingen, was ich von woanders kenne.
Es gibt noch eine Eigenart von Gimp die mir nicht gefällt. Wenn ich ein Bild verändert habe, möchte ich es auf eine einfache Art entweder direkt speichern oder eben per »Speichern unter« in eine neue Datei schreiben, am liebsten per bekannter Tastenkombination. Gimp lässt das jedoch nicht ohne weiteres zu. Jeder Speicherversuch endet beim Gimp-eigenen .xcf-Format. Das mag für große Composings mit etlichen Ebenen sinnvoll sein, für einfache Änderungen ist es Unsinn. Um das Bild doch noch als JPG, TIF o.w.a.i. zu speichern muß man im Dateimenü den Befehl »Exportieren als…« wählen. Dafür gibt es eine Tastenkombi, die muß man sich aber auch erstmal einprägen (ctrl+shift+E).

Denselben Schärfen-Vorgang hätte ich gern mit weiteren Linux-Programmen getestet. Das scheitert leider daran, das die Gimp-Alternativen zumeist nicht mit Ebenen arbeiten können oder, wie im Falle Krita, sich mit einer Fehlermeldung beim Start verabschieden. Und, nein ich werde nicht im Terminal rumfrickeln um ein zickiges Programm zum laufen zu bringen.
Also wende ich mich dem nächsten Punkt zu, der heißt

HDR-Erstellung
Grundlage dafür ist natürlich eine Belichtungsreihe, die ich mir vom Mac hole und zunächst in Corel Aftershot Pro grundbearbeite. Corel bietet eine eingebaute HDR-Routine an, die ich natürlich gleich ausprobiere. Die VM geht dabei ein wenig in die Knie, aber mit Geduld klappt auch das.

Corel AfterShot HDR
Corel AfterShot HDR

Ein weiteres Programm für die HDR-Erstellung ist Luminance HDR. Das kenne ich bereits in einer älteren Version vom Mac. Damals hatte mir die Ergebnisse nicht besonders gut gefallen, daher war ich gespannt wie das jetzt aussehen würde. Viel getan hat sich leider nicht, die Bilder sind nach wie vor entweder zu bunt oder zu flau. Ich habe mich dann für die flaue Variante entschieden und den Kontrast mit Gimp etwas angehoben.
Ergebnis aus Luminance HDR
Ergebnis aus Luminance HDR

Zum Schluß in diesem Abschnitt habe ich noch die HDR-Funktion von Fotoxx getestet. Leider war das Ergebnis überhaupt nicht zu gebrauchen.

Panoramen erstellen
Erste Wahl auf Linux ist hierfür eigentlich Hugin. Allerdings habe ich enorme Schwierigkeiten damit, in diesem Programm überhaupt irgendein Ergebnis zustande zu bekommen. Meine Testbilder waren a) hochkant aufgenommen und b) von rechts nach links. Hugin baut daraus ziemlich großen Mist. Auch eine andere, querformatige Reihe bekam das Programm nicht zusammen, aber seht selbst:

Hugin
Hugin

Das vorhin schon erwähnte Fotoxx verfügt ebenfalls über eine Panoramafunktion. Die startet mit einem Assistenten in dem man die Bilder grob zusammenschieben, sowie Brennweite und anderes festlegen kann. Das Ergebnis ist für einen ersten Testlauf ganz ordentlich, finde ich.
Panorama aus Fotoxx
Panorama aus Fotoxx

Damit will es erstmal bewenden lassen. Was jetzt noch fehlt, ist ein Bildorganisator für Fotos, die nicht über einen RAW-Konverter verwaltet werden. Ich habe mir dazu Shotwell angeschaut und bin davon so angetan, das ich keine weiteren Programme getestet habe. Wer iPhoto vom Mac kennt, sollte nicht das geringste Problem mit Shotwell haben. Beide Programme funktionieren fast gleich, was man auch schon an der Oberfläche sieht.
Shotwell
Shotwell

Das wars für heute. Der Tag hat ein paar Erkenntnisse gebracht, u.a. die, das auf Linux wohl tatsächlich kein Weg an Gimp vorbeiführt. Ich denke aber mit einer gewissen Eingewöhnungszeit komme sogar ich damit klar.

Morgen macht der Test eine Pause, am Sonntag werde ich noch ein paar kleine Tools (u.a. Audio- und Videoplayer) ausprobieren und dann ein Fazit des Gesamtexperimentes ziehen.
Linux und Ich – Tag8 Nützliche Audio-, Video- und Systemtools

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