Linux und ich – Tag8 Tools

Der eine Tag Pause war gut und ich habe sie mit einem Stadionbesuch, Heimsieg inklusive, auch ausgiebig genutzt. Und da ich Sonnntagsarbeit ganz besonders liebe, ist es nun wieder Zeit für dieses Projekt. Nach dem großen Teil der Bildbearbeitung beschäftige ich mich zum Abschluß mit ein paar kleineren Tools, sowohl für Hobbys wie auch fürs praktische Arbeiten. So wird es um spezielle Schreibprogramme, Audio- und Videoanwendungen sowie ein paar nützliche System-Helfer gehen.

Schreiben
Wie schon vor einer Woche erwähnt gehört meine Liebe neben dem Fotografieren auch dem Schreiben von Geschichten. Hierbei sind Programme zunächst weniger wichtig. Denn eigentlich ist es mir egal, ob ich meine Texte mit LibreOffice oder einem einfachen Texteditor schreibe. Dennoch ist es beim Schreiben längerer Geschichten durchaus hilfreich, Kapitel verwalten, Notizen anlegen und/oder ablenkungsfrei schreiben zu können. Auf dem Mac nutze ich dafür schon recht lang Ulysses, das all meine Anfordernguen erfüllt. Ich hänge deshalb hier ausnahmsweise den Screenshot eines Mac-Programmes ein, um zu verdeutlichen worauf es mir ankommt.

Ulysses
Ulysses

Gut zu sehen ist der große Textbereich in der Mitte, den ich auch in einen Vollbildmodus schalten kann, so daß ich mit dem Text ganz alleine bin. Links habe ich eine Übersicht über einzelne Dokumente des Projekts mit ihrem Status (Konzept, Rohfassung, Fertig etc.) Rechts kann ich zu jedem Text problemlos Notizen anlegen, was sehr komfortabel ist. Rechts unten schließlich sehe ich Infos zum aktuellen Text wie Zeichen- und Wörterzahlen etc.
Ein solches Programm für Linux zu haben wäre ideal. Leider bietet Linux zwar tausende von Texteditoren für sämtliche Programmiersprachen der Welt, fürs kreative Schreiben ist die Auswahl aber extrem beschränkt. Im OpenSource-Bereich findet sich CalligraAuthor, ein Bestandteil von CalligraOffice (ehem. kOffice). Leider gilt hier dasselbe wie für die Bildbearbeitung Krita (ebenfalls Bestandteil von Calligra), es lässt sich nicht starten und verabschiedet sich direkt mit einer Fehlermeldung. Was kein großer Verlust ist, da ich CalligraAuthor auf einem anderen Linux-System laufen hatte und es als unbrauchbar für mich empfinde.
Wenigstens für das ablenkungsfreie Schreiben habe ich nettes kleines Tool gefunden. FocusWriter lässt mich tatsächlich allein mit dem Text und bringt obendrein noch einen Wecker mit, der mich zu einer bestimmten Zeit daran erinnert, das ich ja vielleicht noch anderes zu tun habe. Wenn jetzt noch Notizen und Kapitelverwaltung dabei wären, hätte ich mein Schreibwerkzeug gefunden. Immerhin kann ich in FocusWriter mehrere Dokumente nebeneinander offen haben und einfach dazwischen umschalten.
FocusWriter
FocusWriter

Im kommerziellen Bereich ist das Angebot ebenfalls eher dünn. Entweder sind Projekte wie Storybook oder yWriter eingestellt, oder sie richten sich eher an Drehbuchschreiber wie WritersCafe. Insgesamt unbefriedigend, auch wenn Schreiben auf Linux natürlich nicht unmöglich ist.

Musik, Musik, Musik
LinuxMint bringt den Audioplyer Banshee mit. Der funktioniert, wie die meisten aktuellen Mediaplayer (nicht nur für Linux) nach dem iTunes-Prinzip. Ich habe eine Musik- und Videobibliothek, kann Wiedergabelisten anlegen (auch intelligente WLs) etc.pp. Darüber hinaus bringt Banshee noch einen Bereich Online-Medien mit, der u.a. last.fm und Internet-Archive enthält. Die Bedienung gleicht ebenfalls iTunes. Was Banshee nicht kann, ist das Exportieren von Musik in andere Formate.

Banshee - Musikbibliothek
Banshee – Musikbibliothek

Das Handling eines angeschlossenen iPods ist denkbar einfach. Sobald Linux das Gerät erkennt wird Banshee geöffnet und die Inhalte des iPods eingelesen. Dazu gibt es ausführliche Einstellungen, wie Banshee mit den Inhalten des Gerätes umgehen soll.
Banshee mit angeschlossenem iPod
Banshee mit angeschlossenem iPod

Mir als sporadischem Musikhörer reicht das völlig aus. Für andere Ansprüche finden sich in der Anwendungsverwaltung sehr viele weitere Player.
Wer Musiktitel editieren möchte oder gar muß findet ebenfalls eine reiche Auswahl. Ich habe Audacity installiert und kurz angetestet, kenne mich in diesem Bereich aber zu wenig aus um hier eine Aussage treffen zu können.
Audacity
Audacity

Videos anschauen und bearbeiten
Im System vorinstalliert sind gleich zwei Videosplayer. Einmal »Videos« als reiner Player und zum Anderen VLC mit all seinen bekannten Funktionen. »Videos« kann, ähnlich wie Banshee, Wiedergabelisten verwalten und alle gängigen Formate abspielen. Zu VLC, denke ich, muß nichts mehr geschrieben werden.

Videos
Videos

Auch für den Videoschnitt finden sich etliche Tools in der Anwendungsverwaltung. Ich habe OpenShot ausprobiert, ein Tool das mich am ehesten an ältere (und bessere) iMovie-Versionen erinnert. Mann lädt sich Film- und Audiosequenzen und/oder Bilder in ein Projektfenster, kann das Ganze in mehreren Spuren aufbauen, Titel und Übergänge hinzufügen etc.pp.. Also so ziemlich alles, was der Videoamateur so braucht. Auch hier gilt natürlich, die Auswahl ist groß und so kann jeder das Programm finden mit dem er am besten klar kommt.
OpenShot
OpenShot

Insgesamt wird deutlich, das sich LinuxMint in Sachen Mediennutzung hinter keinem der anderen Betriebssysteme verstecken muß.

Nützliche Systemtools
Eng mit der Medienwiedergabe zusammen hängt das Thema CD/DVD-Recording. Auch hierfür bringt Mint ein Tool mit. Es heißt Brasero und ist aus meiner Sicht ein recht einfacher, komfortabler CD/DVD-Brenner. Für das DVD-Authoring finden sich wiederum etliche Tools für die verschiedenen Ansprüche.

Brasero
Brasero

Wer gern mit kleinen Notizen arbeitet findet im System Tomboy, mit dem sich Notizen anlegen und verwalten lassen.
Von mir in den letzten Tagen häufig verwendet und für sehr komfortabel befunden ist eine Anwendung namens Bildschirmfoto. Nette Notiz am Rande, das Programm ist sogar in der Lage einen Screenshot von sich selbst zu schießen. So eine Art Selfie also.
Bildschirmfoto
Bildschirmfoto

Zum Schluß noch ein leider häufig unterschätztes Thema beim Arbeiten mit Daten. Ein gut (vor)-konfiguriertes Betriebssystem sollte auf jeden Fall ein Backup-Tool mitbringen. LinuxMint bietet ein solches Datensicherungswerkzeug, auch das wieder ein relativ einfaches Programm welches aber nach einem kurzen Test offenbar alle nötigen Features mitbringt.
Datensicherungswerkzeug
Datensicherungswerkzeug

Das soll es mit meinen Tests gewesen sein. Ja, meine Woche mit Linux ist an dieser Stelle zu Ende. Natürlich werde ich noch ein ausführliches Fazit schreiben. Das folgt im nächsten und letzten Artikel dieser Serie.

Hier gehts zum Fazit

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