Schiffbrücke Leverkusen

In den Zwanziger Jahren in der Wuppermündung errichtet, bestand (und besteht heute wieder) die Leverkusener Schiffbrücke aus dem Klipper »Einigkeit«, dem Aalschokker »Recht« und der Tjalk »Freiheit« plus der verbindendenden Steganlage. Jahrzehntelang bot sie den kürzesten Weg zwischen den Leverkusener Stadtteilen Rheindorf und Wiesdorf (Bayerwerk). Viele Bayerwerker nutzen die ungewöhnliche Brücke zu Fuß oder per Fahrrad für ihren täglichen Arbeitsweg. Kosten pro Übergang; 5 Pfennig zu Fuß und 10 Pfennig mit dem Fahrrad (bis 1938, seitdem kostenfrei). Trotz vieler Schäden durch Hochwasser und Kriegseinflüsse konnte die Brücke immer erhalten und wieder nutzbar gemacht werden.

Recht und Freiheit
Recht und Freiheit

Mit zunehmendem Straßenausbau und der damit einhergehenden Motorisierung der Menschen verlor die Brücke ihre Bedeutung als Arbeitsweg und wurde in den 70er und 80er Jahren des letzten Jahrhunderts »nur noch« als Wander- und Radweg genutzt. Als 1992 die Aufbauten des Aalschokkers »Recht« durch einen Brand zerstört wurden und anschließend ein undokumentierter Verkauf der Schiffe an eine ominöse Firma erfolgte, war die Brücke zum ersten Mal wirklich tot.
1995 gründeten eine Handvoll engagierter Leverkusener einen Verein zur Wiederherstellung der Schiffbrücke. Nach extremen Schwierigkeiten bei der Klärung der Eigentumsverhältnisse, dem Auffinden und Restaurieren der Schiffe und nicht zuletzt enormen finanziellen Aufwands war der Verein im Jahre 2009 schon fast soweit, die Schiffbrücke wieder zu eröffnen. Doch trotz großer Unterstützung durch die Stadt, die Landesregierung, vieler privater Spender und nicht zuletzt auch der Bayer AG konnte der Termin nicht gehalten werden.
Erst die Einstufung als »kulturhistorisches Kleinod« durch das Strukturförderprogramm »Regionale 2010« (und die damit verbundene finanzielle Förderung) brachte den endgültigen Durchbruch.
Wegen Hoch- und manchmal auch Niedrigwasser verschob sich die Wiedereröffnung noch ein paarmal, aber am Ostersonntag, den 20. April 2014 war es soweit. Nach 20 Jahren Ringen mit den Widrigkeiten von Leben, Politik und Wirtschaft konnte die Schiffbrücke Leverkusen, inklusive Café, wieder eröffnet werden. Es war ein sonniger Tag mit vielen Besuchern, die gern auch für den Weiterbau spendeten.
Denn die Brücke besteht derzeit nur aus zwei von ehemals drei Schiffen. Das dritte, der Klipper »Einigkeit« (das »Flaggschiff« der Brücke) wird noch im Duisburger Hafen restauriert. Damit auch dieses Schiff seinen Platz in der alten Wuppermündung beziehen kann ist noch viel Arbeit und einiges an Spenden erforderlich. Alle nötigen Infos dazu findet ihr auf der Seite des Fördervereins.

Ich war am Ostersonntag bei der Eröffnung dabei und habe ein paar Fotos gemacht:

20. April 2014

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